Inhalt
Als Folge der Vernetzung und
Globalisierung der Wirtschafts- und Finanzmärkte hat sich
eine große Anzahl von Finanzinstrumenten entwickelt. Von
besonderer Bedeutung sind dabei Derivate, also Verträge,
bei denen sich Ansprüche bzw. Verpflichtungen von
Basiswerten ableiten. Der erheblichen Nachfrage nach
Derivaten durch deutsche Privatanleger stand in der
Vergangenheit gegenüber, dass Derivate im Privatvermögen
nur ausnahmsweise besteuert wurden.
Mit Geltung ab 2009 wurde durch das
Unternehmensteuerreformgesetz 2008 allerdings die sog.
Abgeltungsteuer eingeführt, nach der im Privatvermögen alle
Kapitaleinkünfte im weitesten Sinne unabhängig von einer
Frist mit einem gesonderten Tarif besteuert werden. Dabei
soll die Abgeltungsteuer von der die Erträge auszahlenden
Stelle erhoben werden und grundsätzlich abgeltende Wirkung
haben.
Ziel der Untersuchung war es, die ab 2009 geltende
Besteuerung von Derivaten im Privatvermögen in
wissenschaftlicher und praxisrelevanter Weise darzustellen.
Die Arbeit ist in einen »Allgemeinen Teil« (Grundsätze der
Derivatebesteuerung) und einen »Besonderen Teil«
(Besteuerung einzelner Derivate) untergliedert. Ferner
untersucht der Autor, ob die Derivatebesteuerung de lege
lata mit steuersystematischen Grundprinzipien zu
vereinbaren ist und ob sie in der Lage ist, den Phänomenen
der Finanzproduktinnovation und des Bausteineffekts
Rechnung zu tragen. Schließlich werden weiterführende
Überlegungen zur Derivatebesteuerung im Privatvermögen de
lege ferenda angestellt.